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de_maggus
29 March 2010 @ 04:56 pm
Seit Montag Abend letzter Woche bin ich nun wieder in Deutschland, habe es aber bislang versäumt, von den weiteren Stationen meiner Perureise zu berichten. Nach dem Verfassen des letzten Eintrags flog ich planmäßig von Lima nach Cajamarca im Norden Perus. Als ich dort ankam hatte ich es erneut mit einem ganz anderen Klima zu tun. Mich überraschte zunächst, dass der Pullover, den ich während des Fluges der Klimaanlage wegen getragen hatte, dort im Freien keineswegs überflüssig war, denn es waren an jenem Nachmittag gerademal 19 Grad Celsius. Der Himmel war bewölkt und ließ nur hier und da Blicke auf den blauen Himmel zu. Und auf den Hügeln rings herum war außerordentlich viel Grün zu sehen: Wiesen, Büsche, Bäume auf etwa 2650 Metern Höhe. Sehr hübsch!
Die Fahrt mit dem Taxi ins Zentrum war ausgesprochen kurz, sodass ich schnell an meiner Unterkunft ankam. Ich war etwa um 17:30 Uhr in meiner Pension eingetroffen und entschied, sofort einen Anlauf zum Franziskanerkonvent zu unternehmen, um möglicherweise beim Superior vorsprechen zu können. Ich hatte Glück: Die Sekretärin sagte ihm Bescheid und er kam mich kurz begrüßen. Wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Tag, der er sich auf seine Messe um 18 Uhr vorzubereiten hatte.
Am Nachmittag brachte ich dann noch ein paar Sachen von mir zu einer Wäscherei und spazierte ein bisschen durchs Zentrum, aber nicht besonders lange, da es anfing zu regnen und ich dafür nicht gewappnet war. Überrascht war ich einer eindrucksvollen Zahl an Läden, die Milchprodukte verkauften. Von der Frischmilch bis hin zu Joghurt und Käse war dort alles zu haben. Offenbar geben die Wiesen rund um Cajamarca ausgesprochen gutes Weideland für Kühe ab. Freitag früh begab ich mich dann auf zehn Uhr zum Konvent, wo ich nur ein paar Augenblicke auf den Superior warten musste. Er befragte mich zu meinem Forschungsvorhaben und, ob ich religiös sei. Ich gab mich als "luterano" zu erkennen, was ihn nicht weiter in Schwierigkeiten zu bringen schien. Er führte mich daraufhin durch den Konvent zu einem neueren Gebäudetrakt, in dem ein Zimmer als Archiv fungierte. Es handelte sich um mehrere Schränke. Die meisten Dokumente darin stammten aus dem 20. Jahrhundert, da der Konvent seit Gründung der franziskanischen Provinz von San Francisco Solano zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu eben dieser Provinz gehört und frühere Bestände entweder in Lima oder sonst wo zu finden sind. Aus früheren Epochen fanden sich nur wenige Dokumente, doch ich konnte ein paar Fotos von den entsprechenden Quellentexten machen. Als ich dann gegen 13 Uhr fertig war, suchte ich nach dem Ausgang, da man mich meiner selbst überlassen hatte. Ich schritt durch den Flur des Gebäudetraktes und plötzlich schaute jemand, der mich gehört hatte, aus einer der Türen. Ich grüßte, die Tür wurde weiter geöffnet und ich sah drinnen den Superior am Mittagstisch, der mich herein bat, um mit ihnen zu essen. Da stellte sich dann heraus, dass es bloß den Superior und einen weiteren Mönch (der, der mir die Tür geöffnet hatte) sowie einen Jungen als Anwärter dort im Konvent gab. Während des Essens wurde ich erneut zu meinem Forschungsthema befragt und zu den Lutheranern, wobei mir der Mönch erklärte, er habe unlängst an einem interreligiösen Dialog teilgenommen, bei dem er auch Lutheraner kennen gelernt habe. Nach dem Essen half ich beim Abräumen des Tisches und der Superior führte mich durch weitere Klosterhöfe, die ursprünglich mal die Zimmer von Mönchen gewesen waren, jetzt aber anderen Zwecken dienten. Er zeigte mir die Bibliothek, die in einem Teil eines Klosterhofs untergebracht war und rund 10000 Bücher enthält, zum Teil sogar aus dem 15./16. Jahrhundert. Momentan mangelt es jedoch an geeigneten Regalen für alle Bücher dort, denn mehrere lagen in hohen Stapeln auf den Tischen, die es in der Bibliothek gab. Man warte derzeit auf einen Kostenvoranschlag für neue Regale, die bis zur Decke reichen. Der beste Ort für die Bücher schienen mir die drei aneinander grenzenden Räume, die die Bibliothek umfasste, jedoch nicht zu sein, da sie zu einem älteren Gebäudeteil gehörten, in den das feuchtkalte Klima hineinziehen konnte. Letztlich wäre eine Sanierung die beste Lösung samt Einbau neuer, isolierter Türen anstelle der alten Holztüren, neben, unter und über denen die Luft hineinzieht. Aber dafür wird die franziskanische Provinz in Peru wohl nicht unbedingt das Geld haben.
Ebenfalls in der Bibliothek befanden sich die Gemälde einer Reihe zum Leben Christiaus der Quito-Schule, die der Superior dort hingebracht hatte, um sie zu verstecken, da drei Bilder aus eben dieser Reihe bei einem Einbruch gestohlen worden waren. (Die Arschlöcher und der dahinter stehende Auftraggeber gehören hinter Gitter, finde ich).
Nach dieser Führung verabschiedete ich mich und kündigte an, am Nachmittag wiederzukommen, um das Museum zu besichtigen. Das tat ich und so konnte ich eine weitere Zahl von Gemälden aus der Kolonialzeit betrachten, die größtenteils aus der Quito-Schule stammten.
Am Samstag Vormittag besuchte ich zunächst das "cuarto de rescate", das einzige in Cajamarca noch verbliebene Gebäude aus der Inka-Zeit und zugleich das Gebäude, in dem der Inka Atahuallpa als Gefangener den Spaniern anbot, eben diesen Raum bis zu einer Höhe, die er an der Wand mit seinem nach oben ausgestreckten Arm bezeichnete, einmal mit Gold und zweimal mit Silber zu füllen, wenn man ihn freiließe. Die Spanier willigten ein, Atahuallpa hielt sein Wort, die Spanier hingegen nicht und brachten ihn um (da er sich aber noch hatte taufen lassen, wurde er nicht wie ursprünglich vorgesehen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, sondern "nur" gehängt). Ein Fremdenführer erklärte mir alles Wissenswerte und begleitete mich danach in eine Kirche, die anderthalb Straßenblocks entfernt lag und eine weitere Sehenswürdigkeit in Cajamarca darstellt. Mittags stieg ich auf einen Hügel unweit der Plaza de Armas, um die Aussicht von dort zu genießen, was mir nur zeitweilig vergönnt war, da es anfing zu regnen. Unter einer Überdachung unterhielt ich mich aber eine gute Zeit lang recht nett mit einem peruanischen Anwalt aus Lima, der dort mit seiner Familie ebenfalls eine Zwangspause eingelegt hatte.
Und am Nachmittag brach ich bald in Richtung Flughafen auf und kehrte nach Lima zurück in das mir lieb gewordene Hostal Bonbini.
 
 
de_maggus
12 March 2010 @ 10:59 pm
Ich sitze mal wieder in Lima am Flughafen. Heute Vormittag bin ich von Arequipa hierhergekommen und jetzt warte ich auf den Flieger, der mich nach Cajamarca bringen soll. Der Aufenthalt in Arequipa war im Hinblick auf die Erhebung von Archivmaterial nicht gerade ergiebig, aber die Stadt gefällt mir einfach unheimlich gut. Das historische Zentrum hat massenhaft Gebäude aus der Kolonialzeit zu bieten, die mir sehr gut gefallen. Sie sind für meine Begriffe durch einen architektonischen Stil gekennzeichnet, der in dieser Form in Lima oder Cuzco nicht anzutreffen ist. Auffällig ist der vulkanische Stein, der zum Bauen verwendet wurde. Als Motive lassen sich häufig Blumen und andere Pflanzen erkennen. Für mich persönlich war es bereits einfach nur schön, durch die Straßen zu laufen und die Gebäude zu betrachten. Dabei gibt es im Zentrum erstaunlich wenig Ampeln und um eine der Straßen zu überqueren, bleibt einem nichts anderes übrig, als den richtigen Augenblick abzuwarten und dann zügig auf die andere Straßenseite gehen, denn in den meisten Fällen kommt bereits ein kleines gelbes Taxi angedüst, dessen Fahrer den Fuß nur leicht vom Gaspedal nimmt, um den Fußgängern einen minimalen Vorsprung zu verschaffen. Arequipa verfügt über eine Unmenge an Kirchen und Klöstern, die man besichtigen kann –darunter insbesondere das knapp zwei Straßenblocks umfassende Kloster Santa Catalina–, innerhalb der Klöster und Kirchen zahlreiche Gemälde, vor allem aus der Cuzco-Schule, und eine Reihe stattlicher Anwesen von Herrschaften weltlicher Macht.
Das Klima ist über das Jahr hindurch relativ konstant von einer trockenen Hitze geprägt. Nachts kühlt es jedoch aufgrund der Lage der Stadt auf 2350 Metern Höhe nicht unerheblich ab. Die ist Luft aus demselben Grund natürlich etwas dünn, aber man gewöhnt sich daran. Für den hellhäutigen Mitteleuropäer, wie ich es bin, empfiehlt es sich angesichts der stärkeren Sonneneinstrahlung eine Kopfbedeckung zu tragen. Doch man sieht auch Peruaner, die zur Mittagszeit eine Zeitung über ihren Kopf halten, wenn sie nicht ohnehin eine Mütze oder einen Hut tragen. Die klimatischen Bedingungen sind außerdem für den Erhalt des Archivmaterials ausgesprochen günstig, wie ich zusammen mit Kollegin M. a.k.a. lizart am Montag Vormittag im franziskanischen Monasterio de la Recoleta erfuhr, wo wir nach der Besichtigung der enormen Bibliothek ein us-amerikanisches Paar kennen lernten, das sich seit seiner Pensionierung der Katalogisierung des Bestandes dieser Bibliothek widmet und uns über den Zustand der dortigen Bücher aufklärte. Letztere stammen aus dem 15., 16., 17. und 18. Jahrhundert und befinden sich nun in der Obhut eines bibliophilen Paares mit hinreichender Vorbildung, die höchst zufrieden darüber sind, in Arequipa die Möglichkeit bekommen zu haben, derartige Bücher persönlich in Augenschein nehmen zu dürfen, die ihnen in den USA oder in Europa sicherlich nicht zugänglich gemacht worden wären. Nachdem wir ein paar Worte mit Helen und Chris gewechselt hatten, sprachen sie eine Einladung zum Abendessen aus, die wir ohne Zögern annahmen. Es wurde ein netter Abend, bei dem wir uns angenehm unterhielten und verschiedene peruanische Spezialitäten probierten.
Am Dienstag Morgen begab ich mich zum erzbischöflichen Archiv, wo mir jedoch mitgeteilt wurde, dass der Direktor gerade einen Termin wahrnehme, der etwas mehr Zeit in Anspruch nehme. Da ich nichts zu tun hatte, wartete ich dort, um die Rückkehr des Direktors abzupassen. Eine der Angestellten –die größtenteils damit beschäftigt waren, Mitgliedern der Gemeinde diverse Bescheinigungen auszustellen– erkundigte sich genauer nach meinem Thema und brachte mir daraufhin freundlicherweise ein Buch, dass verschiedene Beiträge zum Thema der Christianisierung Perus in der Kolonialzeit enthielt. Der Direktor erschien nach etwa zwei oder zweieinhalb Stunden, sodass ich endlich den erforderlichen Papierkram erledigen konnte, um offiziell die Archivbestände durchsuchen zu können. Dazu sollte ich allerdings eine Straße weiter im Büro des Erzbistums 50 Dollar hinlegen. Ich hatte drei Scheine von je 20 Dollar bei mir und wollte damit bezahlen. Die Angestellte hatte offenbar kein Wechselgeld dafür und verschwand kurz in einem anderen Büro. Bei der Rückkehr an ihren Arbeitsplatz teilte sie mir mit, dass das Erzbistum kein Wechselgeld in Dollar auszugeben pflege; ich möchte doch bitte die entsprechende Summe in Soles zahlen. Also tigerte ich einen Block weit zum nächsten Geldautomaten, kehrte zurück und bezahlte schließlich die Summe von 143 Soles, woraufhin mir ein Beleg ausgestellt wurde, den ich dem Direktor des Archivs vorzulegen hatte, damit ich meinen Ausweis entgegennehmen konnte. In diesem Augenblick war es bereits 12:30 Uhr –das Archiv würde um 13:00 Uhr schließen– und ich hoffte, ich würde die mir verbleibende halbe Stunde dazu nutzen können, einen Index oder ähnliches durchsehen zu können, um mich angemessen auf den folgenden Tag vorbereiten zu können. Doch leider fand die Angestellte den Index, der die Dokumente der Provinz Collaguas beschreiben sollte, nicht. Sie versprach mir jedoch, den Index bis zum nächsten Tag herauszusuchen.
Als ich am nächsten Tag dort aufkreuzte, teilte sie mir mit, dass der Index leider nicht aufzufinden sei. Damit blieb mir nichts anderes übrig als die Bündel einzeln durchzusehen. Meine Arbeit wurde allerdings noch von einem Fernsehteam unterbrochen, das mit dem Direktor ein Interview über die angrenzende Kathedrahle und das Archiv zu machen beabsichtige. Der Direktor schritt durch sein Archiv, präsentierte der Kamera hier und dort ein uraltes Buch und stellte schließlich auch den Studenten aus Deutschland als Beispiel für die Forscher von hoher Qualifikation vor, die das erzbischöfliche Archiv Arequipas aufzusuchen pflegen. Dem folgte ein kurzes Interview mit mir über das Thema meiner Arbeit und über meinen Eindruck von Arequipa und seinen Bewohnern.
Als das Fernsehteam das Archiv wieder verließ, hatte ich nach wie vor keinen für mein Thema wirklich relevanten Fund gemacht. Und ich sollte auch keinen mehr machen … Aber ich hatte die Nachmittage für mich, besichtigte weiter die Stadt, aß leckere Sachen und kaufte mir letztlich einen Pullover aus Baby-Alpaca-Wolle.
 
 
de_maggus
06 March 2010 @ 11:39 pm
Heute Mittag bin ich in Arequipa angekommen. Hier werde mich ab Montag im erzbischöflichen Archiv herumtreiben, um zu sehen, was die Bestände für mein Thema so hergeben. Am Donnerstag geht’s dann in den Norden des Landes nach Cajamarca.
Arequipa hatte ich vor drei Jahren schon einmal besucht. Allerdings war ich bloß einen Tag lang hier und hatte mir ein recht üppiges Programm in Sachen Sehenswürdigkeiten gegeben. Ich bin froh, dass ich diesmal ein bisschen mehr Zeit hier verbringen kann, denn die Stadt hat mir damals sehr gut gefallen. Die Architektur im Kolonialstil sieht einfach toll aus, finde ich.

Nun, meine letzten Tage in Lima hatte ich hauptsächlich in der Nationalbibliothek verbracht. Auf dem Weg dorthin und von dort wieder zurück ins Zentrum hatte ich übrigens hinreichend Gelegenheit, die Eindrücke vom limenischen ÖPNV zu sammeln, die ich im letzten Eintrag so ausführlich beschrieben habe. Die Bibliothek ist für meine Begriffe relativ modern in ihrer Ausstattung. Die meisten Bücher sind vorab im Online-Katalog zu finden, die Lesesäle sind komfortabel eingerichtet und es gibt überall W-LAN. Im Hinblick auf den Service zur Erstellung von Kopien oder Scans sieht die Sache aber schon wieder etwas anders aus. Ich wollte wissen, was die Erstellung von Mikrofilm-Abzügen kosten würde. Man schickte eine junge Dame zu mir, die mir erklärte, sie werde einen Kostenvoranschlag machen, was einen Tag in Anspruch nehme und dann die Anfertigung in Auftrag geben, die einen weiteren Tag dauern werde. Man werde mir aber vorab ein paar Probeabzüge in Hand drücken, damit ich die Qualität begutachten könne; man habe nämlich einen neuen Drucker.
Am nächsten Tag wurde ich direkt an den Arbeitsplatz der jungen Dame geführt, da ich weitere Kopien bestellen wollte, dieses Mal von einem alten Manuskript. Sie begutachtete das Manuskript und errechnete die Summe von 126,50 Soles für die 23 Seiten des Manuskriptes. Mit 5,50 Soles (knapp € 1,50) pro Seite für ein Manuskript aus dem siebzehnten Jahrhundert gar nicht mal so billig, fand ich. Allerdings merkte sie an, dass ich demnächst eine leere CD-Rom mitbringen müsse, damit man mir die entsprechenden Scans darauf brennen könne; man habe nämlich einen neuen Drucker im Haus, der noch nicht richtig funktioniere. „So so“, dachte ich. Außerdem erkundigte ich mich nach dem Kostenvoranschlag für die Abzüge vom Mikrofilm, den ich am Vortag erbeten hatte und bekam zur Antwort, dass sie ihn noch nicht habe erstellen können, da der entsprechende Mikrofilm ausgeliehen worden sei; ich solle am Nachmittag wiederkommen.
Ich kam wieder – der Mitarbeiter, der mich zuvor dorthin gebracht hatte, sah wie ich mich zielstrebig in den Räumlichkeiten des Personals bewegte, grüßte nett, und meinte scherzhaft: ¡Qué bueno que ya sale y entra como si estuviera en su casa! ("Wie schön, dass Sie bereits ein- und ausgehen als seien sie hier zu Hause!"), worauf ich nur mit einem Lacher antworten konnte – und musste feststellen, dass der Kostenvoranschlag nach wie vor nicht erstellt worden war. Da ich wusste (und ihr eigentlich auch schon schriftlich mitgeteilt hatte), dass es 90 Abzüge werden müssten, rief ich ihr diese Zahl in Erinnerung. Sie tippte daraufhin etwas in ihren Taschenrechner ein und nannte mir die stattliche Summe von 450 Soles (knapp 120 Euronen). Sie erkundigte sich aber sogleich bei ihrer Kollegin nach dem Preis für die Anfertigung eines Duplikates des Mikrofilms, was ihrer Ansicht nach zu meinem finanziellen Vorteil ausfallen müsse; und in der Tat stellte sich heraus, dass ich dafür bloß 120 Soles bezahlen müsse und außerdem könne ich dann den ganzen Film haben und jeweils die Seiten ausdrucken, die ich gerade benötige, was allerdings bei ihnen im Hause gerade nicht möglich sei, da man noch Schwierigkeiten mit dem neuen Drucker habe ...
Naja, es war jedenfalls schon Donnerstag, als ich von den Widrigkeiten des neuen Druckers erfuhr, und da man mir zudem noch erklärte, dass die Erstellung des Mikrofilmduplikates nicht nur einen, sondern zwei Tage in Anspruch nehmen würde, blieb mir nichts anderes übrig, als darum zu bitten, mir das bestellte Material bis zu meiner Rückkehr nach Lima (unmittelbar vor meiner Rückreise nach Deutschland) bereitzuhalten. Ja, das sei kein Problem. Ich bin jedenfalls mal gespannt und überlege ernsthaft, ob ich nicht besser zwei Werktage vor meinem Rückflug wieder in Lima sein sollte.
Der menschliche Faktor ist einfach nicht zu unterschätzen! Das kann aber auch zum eigenen Vorteil ausfallen, je nach dem, an wen man sich wendet. So hatte ich im Franziskanerarchiv die Auskunft erhalten, dass sich ein Teil der ursprünglichen Bestände in der Biblioteca Nacional befänden. Es handelte sich dabei um zwei dicke Bände aus einer fast 50 Bände umfassenden Sammlung, in denen verschiedene Manuskripte grob thematisch geordnet eingebunden worden waren (wahrscheinlich in dem Bestreben, Herr über eine stetig anwachsende Zettelsammlung zu werden). Genau diese beiden –Regristro 35 und Registro 38 genannten– Bände wollte ich in Augenschein nehmen. Um die Dinger irgendwie aufzufinden, konnte ich mich nur des alten Karteikartenkatalogs bedienen, da im Online-Katalog nichts dergleichen zu finden war. Der onomastische Teil des Zettelkastens half mir nicht weiter, da ich nicht wusste, wer die in Registro 35 und 38 enthaltenen Manuskripte verfasste hatte. Ich wusste nur, dass sie von einen Franziskaner namens Fernando Rodríguez de Tena im Jahr 1777 in besagten Bänden zusammengeführt und in Leder eingebunden worden waren. Unter seinem Namen fand ich lediglich Hinweise auf von ihm verfasste Chroniken. Zum Glück hatte der Zettelkasten einen Teil, der chronologisch geordnet war, und siehe da: unter den Karteikarten, auf denen Dokumente aus dem Jahr 1777 verzeichnet waren, fand ich das Registro 35, das Registro 38 aber leider nicht. Registro 35 hatte die Signatur C/341 und eine Chronik des erwähnten Paters hatte die Signatur C/337. Also dachte ich, ich frag einfach mal, die im Handschriftensaal Dienst habende Bibliotekarin/Archivarin, ob sie nicht den Herrn, der die Dokumente heraussucht, fragen kann, ob er zwischen den beiden Signaturen und ein bisschen davor und ein bisschen dahinter nach dem Registro 38 schauen könne, da womöglich mehrere franziskanische Dokumente an diesem Platz finden seien. Ich fragte und hatte nicht den Eindruck verstanden zu werden, sodass ich mein Anliegen anders formulierte, womit ich auch keinen Treffer landete. Nach dem dritten Anlauf, auf den ich eine Antwort erhielt, die erkennen ließ, dass die Dame mich für weniger klug hielt als sich selbst, obwohl auch für einen Beobachter dieser kommunikativen Interaktion ersichtlich gewesen wäre, dass es sich genau anders herum verhielt, gab ich mich vorerst geschlagen. An meinem zweiten Tag unternahm ich denselben Versuch erneut, dieses Mal bei einem Herrn, der mich bei der zweiten Erklärung meines Anliegens verstand, mir jedoch zur Antwort gab, dass man dafür ja die ganzen Schachteln durchsehen müsse, wofür man derzeit leider kein Personal habe. Am dritten Tag fragte ich schließlich einen weiteren Herrn –übrigens denselben, der mich mit dem Weg zum Arbeitsplatz der Angestellten für reprografía vertraut gemacht hatte–, der mich auf Anhieb verstand und sich schnurstracks ins Lager begab. Nach wenigen Augenblicken kam er zurück und drückte mir einen Stapel Karteikarten in die Hand, die nach Signaturen geordnet waren: C/335 bis C/360. Er dürfe sie eigentlich nicht entwenden, mache aber in meinem Falle eine Ausnahme, damit ich als Spezialist selbst einen Blick darauf werfen könne. Und dann musste ich mich leider geschlagen geben, da Registro 38 wirklich auf keiner dieser Karteikarten verzeichnet war. Aber ich fand wenigstens Hinweise auf andere Dokumente franziskanischen Ursprungs, die mich interessierten und dann bestellte.
Ähnlich erging es mir mit einem anderen Anliegen: Ich wollte einfache Kopien aus einem neueren Buch haben: S. 113-139. Die vormittags Dienst habende Angestellte sagte mir mit strenger Miene, dass ich mich auf zwanzig Seiten (und zwar nummerierte Seiten und keine Doppelseiten!) beschränken müsse, womit ich lediglich bis S. 132 gekommen wäre. Also nahm ich das Buch wieder mit, las eine Weile darin und wartete auf den Schichtwechsel. Schließlich wandte ich mich an den Herrn, der sie abgelöst hatte, der mich zwar auch auf die Beschränkung von zwanzig Seiten hinwies, darunter aber offenkundig Doppelseiten verstand, da er die genannten Seiten entsprechend durchzählte. Er begleitete mich zu einer Angestellten, die im Nebenraum eifrig kopierte, und verschwand wieder, allerdings nicht bevor er der Dame die Begrenzung auf zwanzig Seiten in Erinnerung gerufen hatte. Sie kopierte die Seiten, die ich brauchte, kassierte 7 Soles von mir und ich war zufrieden.
 
 
de_maggus
03 March 2010 @ 12:20 am
Lima  
Inzwischen bin ich seit knapp zwei Wochen hier in Lima. Die erste Woche verbrachte ich zusammen mit mujer maravilla im Urlaub, die zweite hingegen allein und arbeitend. Die meiste Zeit scheint es hier schwülwarm bis heiß zu sein, es regnet aber nie. Hin und wieder soll es einen ganz leichten „Regen“ geben, die so genannte garúa, die was mit dem Küstennebel zu tun hat. Das Zentrum ist dem klassischen spanischen Kolonialstil entsprechend im Schachbrettmuster angelegt. Man sieht dort sehr viele hübsche alte Gebäude (oder zumindest deren Fassaden) im Kolonialstil, das meiste davon allerdings aus dem 18. Jahrhundert, da die Stadt regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wurde und der Großteil der alten Gebäude dabei draufging. Sehr hübsch anzusehen ist ein Springbrunnen auf der Plaza de Armas, der aus dem Jahr 1651 stammt. Bis vor ein paar Jahren soll das Zentrum Limas arg unsicher gewesen sein, aber man hat wohl dafür gesorgt, dass es nicht mehr so schlimm zugeht und man sieht an vielen Straßenecken Polizisten und vor Bankfilialen und vor dem Regierungspalast an der bereits genannten Plaza hat fast jeder Polizist ein Maschinengewehr umgehängt – vermutlich noch ein Relikt aus den 1980er und 90er Jahren, als verschiedene Rebellengruppen regelmäßig Anschläge verübten. Für mich unerträglich ist die Luft. Einfach zu viel Smog! Erst wenn ich am südlichen Stadtrand am Abhang zum Pazifik stehe, spüre ich was anderes. Allerdings brauche ich mit dem Bus vom Zentrum eine gute Stunde bis dahin. Busfahren ist in dieser Stadt eine Angelegenheit, die ich jedem Besucher ans Herz legen möchte, letztlich nicht viel anders als in anderen lateinamerikanischen Großstädten, wie ich vermute, aber von meiner persönlichen Erfahrung aus Santiago de Chile und Buenos Aires doch insofern anders, als die meisten Busse kleineren Formates sind, sodass man in der Regel nicht ganz vorne beim Fahrer einsteigt, sondern ein Stück hinter ihm. Neben dem Fahrer gibt es einen cobrador, einen Kassierer, der die meiste Zeit stehend auf der Treppe der Tür verbringt und an den Straßenabschnitten, auf denen der Bus etwas langsamer fährt, lauthals die wichtigsten Straßen und Punkte im Stadtgebiet bekannt gibt, die der Bus durch- bzw. anfährt. Hat man sich einmal hingesetzt oder stehend im Gang platziert, kommt der cobrador nach einer Weile vorbei, erkundigt sich, wo man aussteigen möchte, und nennt einem auf die Antwort den zu zahlenden Betrag, der oft einen Sol beträgt (ca. 26 Eurocent), wenn man nicht allzu weit mitfährt. Gelegentlich hatte ich das Pech, keinen Sitzplatz zu bekommen, was nur dann unangenehm war, wenn die Decke so niedrig war, dass ich nur halbwegs aufrecht stehen konnte, wenn ich meinen Kopf auf die Brust senkte und den Boden anstarrte – aus orthopädischer Sicht bestimmt keine gute Haltung, aber der Durchschnittsperuaner scheint kleiner als ich zu sein und dürfte daher nicht so oft vor dieses Problem gestellt werden wie meine Wenigkeit. Man hat natürlich auch die Möglichkeit sich ein Taxi zu nehmen, um von A nach B zu kommen. Taxameter gibt es allerdings nicht, sodass man den Preis erfragen muss, bevor man einsteigt. Der Preis für eine bestimmte Strecke variiert in der Regel nach der Art des Taxis, das man besteigt (neu oder alt, groß oder klein, offiziell, halboffiziell oder schwarz), nach der Uhrzeit, dem Verkehrsaufkommen und nach der Visage des potenziellen Fahrgastes (Ich als Gringo zahle wohl in den meisten Fällen etwas mehr). Zu Zeitpunkten hohen Verkehrsaufkommens kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Taxifahrer die Beförderung ablehnt, weil er keinen Bock hat, viel Zeit in mitunter unglaublich verstopften Straßen zu verbringen. Aber eher früher als später findet man dann doch ein Taxi, dass einen an den gewünschten Ort bringt. Ich persönlich habe den Eindruck, dass weitaus mehr Taxis als „normale“ Autos die Straßen durchkreuzen. Ja, in der Tat glaube ich, in noch keiner anderen Stadt so viele Taxis auf einem Haufen gesehen zu haben. In Ermangelung einer Untergrundbahn scheint es diese enorme Zahl an Taxis und Bussen auch zu brauchen. Die Stadt zählt über siebeneinhalb Millionen Einwohner, wenn inzwischen nicht sogar schon acht, womit ein gutes Viertel der Gesamtbevölkerung Perus in der Hauptstadt wohnt. Auffallend war für mich der Unterschied zwischen dem historischen Zentrum und dem Stadtteil Miraflores, der weiter im Süden liegt und auch einen Küstenabschnitt belegt: Letzterer scheint ein Stadtteil für die ganz klar Besser- und Gut-bis-sehr-gut-Verdienenden zu sein. Die Hautfarbe hellt sich dort erstaunlich auf und die indigenen Züge treten in den Gesichtern nicht mehr so stark in Erscheinung. Ist leider ein typisch lateinamerikanisches Phänomen.
Das Thema Lima ist hiermit zwar noch keineswegs ausgeschöpft, aber ich möchte ich es für heute dabei belassen.
 
 
de_maggus
18 February 2010 @ 08:35 pm
Da ich mit meiner Berichterstattung etwas in Verzug geraten bin, werde ich die restlichen Tage meines Chile-Aufenthaltes mal in folgender Art und Weise zusammenfassen:

Freitag, der 29.01.
Mittagessen bei mujer maravillas Großmutter in Cerrillos (was innerhalb Santiagos nicht gerade zentral liegt, aber wir wurden von mujer maravillas Schwester hingefahren). Betreuung der Nichten mithilfe von dort vorhandenem Spielzeug und der Sprinkleranlage im Vorgarten. Am Abend ein kurzer Besuch bei G.Lo (a.k.a. „flaite de Freinsheim“) im selben Stadtteil und anschließend ein Ausflug zum Folklore-Festival in Talagante (was bereits ländlich ist, aber noch zur Metropolregion Santiago gehört) zusammen mit einer ehemaligen Klassenkameradin mujer maravillas. Übernachtung bei mujer maravillas Großmutter.

Samstag, der 30.01.
Nach dem Frühstück Einkaufsbummel über den Wochenmarkt in Cerrillos zusammen mit mujer maravillas Großmutter. Am frühen Nachmittag Besuch bei gruvna in Maipú, wo wir viel Zeit mit Grillen und Essen verbrachten und anschließend einen Film sahen, der den Titel „La Nana“ führte und das Leben einer chilenischen Hausangestellten porträtierte, die im Haus ihrer Arbeitgeber wohnt (was in Chile in bestimmten Kreisen immer noch normal ist). Am Abend Fahrt mit dem Bus von Maipú im Südwesten der Stadt bis nach Quilicura im Nordwesten der Stadt, wo wir drei Cousinen von mujer maravilla besuchten und mit ihnen Hotdogs verspeisten (in ihrer weit verbreiteten Form als so genannte „completos italianos“, d.h. mit Tomaten, Avocado und Mayonnaise). Gegen 2 Uhr morgens Rückkehr zu mujer maravillas Wohnung.

Sonntag, der 31.01.
Ausflug mit mujer maravillas Schwester und den Nichten in das Stadtzentrum, wo wir auf das Erscheinen der so genannten „Pequeña Gigante“ (Riesenmarionette, die auch schon mal vor drei Jahren in Santiago war und von der französischen Gruppe Royal de Luxe betrieben wird) warteten. Aufgrund eines Unwohlseins mujer maravillas fuhren wir jedoch vor ihrem Auftritt zurück in ihre Wohnung (Nach neun Monaten in Deutschland verträgt sie anscheinend kein chilenisches Leitungswasser mehr). Abends Completo-Essen in mujer maravillas Wohnung zusammen mit ihrer Schwester und der Familie ihres neuen Schwagers in spe.

Montag, der 01.02.
Betreuung der Nichten. Am Nachmittag Ausflug mit ihnen in das Einkaufszentrum Parque Arauco, wo wir sie in den Film „Alvin y las Ardillas 2“ begleiteten. Anschließend Spaziergang durch den Parque Bicentenario im Stadtteil Vitacura (im Nordosten der Stadt) und schließlich Einkauf von Lebensmitteln in einer Filiale der Supermarktkette Jumbo, die auch eine Reihe deutscher Produkte führt.

Dienstag, der 02.02.
Mein Geburtstag. Am Vormittag Einkauf von Obst und Gemüse auf der so genannten Vega im Stadtteil Recoleta (nördlich des Zentrums). Mittagessen, zu dem auch mujer maravillas Großmutter erschien. Am Nachmittag Vorbereitung von kleinen Snacks für das Buffet am Abend, zu dem einer kleiner Kreis von Personen eingeladen worden war. Kulinarischer Höhepunkt waren Reisbällchen mit Sesam und Algen, die unsere dortige Mitbewohnerin Soi aus Korea angefertigt hatte.

Mittwoch, der 03.02.
Spät abends: Besuch der Disko-Veranstaltung „After Office“ im Castillo Hidalgo auf dem Cerro Santa Lucía, wo wir uns mit Pancho trafen und bis zum Ende der Veranstaltung um 2 Uhr morgens blieben.

Donnerstag, der 04.02.
Nachmittags Grillen bei mujer maravillas Tante im Stadtteil La Florida zusammen mit unseren Nichten. Abends Biertrinken mit Ximena im Barrio Bellas Artes.

Freitag, der 05.02.
Besuch des Museo de la Memoria y los Derechos Humanos zusammen mit gruvna . Das Museum schildert die Zeit der Diktatur in Chile, angefangen vom Staatsstreich 1973 bis zur Rückkehr zur Demokratie 1990 und wurde gerade erst im Januar eröffnet. Anschließend Einkauf im Parque Arauco (s.o.) Besuch des Parque Araucano mit den Nichten. Abends Besuch bei Daesha (ehemaliger Arbeitskollegin mujer maravillas) und Eduardo im Barrio Yungay.

Samstag, der 06.02.
Einkauf von Fleisch, Hühnchen und Würstchen für den Grill in der oben bereits erwähnten Vega. Vorbereitung von Salaten. Am Nachmittag anlässlich meines Geburtstages Grillfeier im größeren Kreis auf der Dachterrasse des Wohngebäudes, in dem Pancho seine Wohnung hat. Die Terrasse verfügte außerdem über ein kleines Schwimmbecken, das wir ebenfalls ausgiebig nutzten.

Sonntag, der 07.02.
Ausflug mit Marie und Beño in den Cajón del Maipo (beliebtes Naherholungsgebiet der Santiaguiner im Südwesten ihrer Stadt).

Montag, der 08.02.
Fahrt mit mujer maravilla, ihrer Schwester, deren Freund sowie Töchtern in den Nationalpark Radal Siete Tazas in der Nähe von Curicó in der Región del Maule (ca. 200 km südlich von Santiago). Am Abend Aufbau des Zeltes und Lagerfeuer.

Dienstag, der 09.02.
Ausflug zu zwei natürlichen „Schwimmbecken“ im Verlauf des Flusses, der den Nationalpark durchkreuzt. Das Wasser war arschkalt, aber erfrischend angesichts der Hitze, die tagsüber herrschte. Abends Lagerfeuer.

Mittwoch, der 10.02.
Ausflug zu einem Wasserfall innerhalb der Parkes, der in einem kleinen See fließt, der uns ebenfalls zum Baden diente. Abends wieder Lagerfeuer und eigene Herstellung von Pommes Frites zum Selbstverzehr.

Donnerstag, der 11.02.
Abbau des Zeltes und Rückfahrt vom Nationalpark nach Santiago. Abends Sushi-Essen mit mujer maravilla.

Freitag, der 12.02.
Mittags: Fahrt mit mujer maravillas Schwester nach Chicureo (Reichensiedlung irgendwo im Norden Santiagos) zur Abholung einer Waschmaschine. Danach Treffen mit gruvna  zum Mittagessen in der Ruka Mapuche in der Feria Artesanal Galpón Alameda. Spaziergang zum Centro Cultural Palacio La Moneda und Besuch einer Ausstellung über das alte China. Anschließend Verzehr von Mate und Alfajores im Zentrum. Bummel über einen Markt mit Ständen von Antiquariaten in der Universidad Mayor im Zentrum. Bummel über den Kunsthandwerkermarkt Santa Lucía.

Samstag, der 13.02.
Besuch von mujer maravillas Großmutter zum Mittagessen. Am Nachmittag letzte Einkäufe und Besorgungen. Am Abend meine Abschiedsfeier, die sich eine Weile hinzog, bis etwa 2:30/3:00 Uhr morgens. Danach Abschluss des Kofferpackens, ab 4:00 Uhr eine Stunde Schlaf und um 5:00 Uhr Abholung durch den Transferbus zum Flughafen.
 
 
 
de_maggus

Der Flug von Lima nach Santiago war traumhaft. Zu meinem Wohlgefallen war es ein Flug von LAN, der chilenischen Fluglinie, die für meine Begriffe viel besser als Iberia ist. Die Besatzung ist für gewöhnlich netter und der Service einfach besser. Ich war arg müde, setzte mich auf meinen Platz, hatte links von mir den Gang und rechts von mir ein tschechisches Pärchen fortgeschrittenen Alters, das nicht den Eindruck machte, als beherrschte es irgendeine auf dem südamerikanischen Kontinent relevante Sprache, sodass ich endlich ungestört schlafen konnte. Als ich aufwachte, waren wir bereits in der Luft. Den Start hatte ich gar nicht mitbekommen und ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was die Stewardess mich fragte. Sie übergab mir zwei Dokumente zum Ausfüllen, die man immer in die Hand gedrückt bekommt, wenn man im Begriff ist, in Chile einzureisen: eine Touristenkarte und eine Erklärung für den Zoll. Ich füllte den Kram aus und schlief danach wieder ein. Als ich das nächste Mal aufwachte, war es nach peruanischer Ortszeit vermutlich 3, nach chilenischer 5 Uhr morgens, und es gab Frühstück. „¿Omelette o sandwich?“, fragte man mich. Ich lehnte dankend ab und ließ mir einen schlichten Becher mit Wasser geben. Wahrscheinlich hätte ich keine Schwierigkeiten gehabt, ein derartiges Frühstück zu verzehren –die meisten Leute um mich herum hatten trotz der frühen Stunde auch absolut kein Problem, das ihnen angebotene Frühstück zu verdrücken–, aber ich wollte zu dieser für mich nächtlichen Stunde, die ich normalerweise schlafend verbringe, nichts futtern, um meinem Körper die chilenische Ortszeit näher zu bringen.
Nachdem ich dreimal über Atlanta nach Chile geflogen war, hatte ich festgestellt, dass ich auf diesen Reisen, die locker 30 Stunden dauerten, einen eigenartigen Rhythmus annehme: Da ich nicht wie gewohnt schlafen konnte, hatte ich unabhängig von der Uhrzeit alle drei oder vier Stunden Hunger und bekam auch entweder im Flugzeug was zu essen oder kaufte mir irgendetwas auf dem Flughafen, auf dem ich mich gerade befand. Und um dieses Schema, das ich auf der Reise von Frankfurt nach Lima bereits angenommen hatte, zu durchbrechen, verzichtete ich auf das Frühstück von LAN.
Der Flieger war gegen 1 Uhr morgens in Lima gestartet und da die Strecke nicht allzu lang ist, dauerte es nur knapp dreieinhalb Stunden, bis ich in Santiago ankam. Aufgrund der Zeitverschiebung kam ich aber nicht um 4:15 Uhr in Santiago an, sondern um 6:15 Uhr. Passkontrolle und Gepäckannahme gingen recht schnell und dann konnte ich am Ausgang auch schon mujer maravilla in den Arm nehmen. Sie war mit Andrea Jesús, einem Mädel, das ihre Mutter mal als Babysitterin betreut hatte, und mit der wir beide nun befreundet sind, an den Flughafen gekommen, um mich abzuholen, worüber ich mich sehr freute.
Wir fuhren zu ihrer Wohnung und ich legte mich erstmal schlafen, da ich zwar auf dem Flug von Lima recht gut, aber eben nur sehr wenig geschlafen hatte. Um 10 Uhr vormittags stand ich auf und begrüßte dann mujer maravillas Schwester und ihre beiden Nichten, die gleich mit mir spielen wollten, was ich ihnen nicht verwehrte. Mittags traf ich mich mit Juan und Daniel, zwei guten Freunden von mir, im Zentrum zum Mittagessen. Das war leider auch der einzige Termin, den wir zu dritt wahrnehmen konnten, da Daniel am Abend desselben Tages noch mit seiner Freundin nach Finnland in den Urlaub aufbrechen würde. Seine Freundin ist Finnin und hatte wohl schon vor einem Jahr versucht, ihn zu einer Reise nach Finnland zu bewegen. Damals war er noch drum herum gekommen, dieses Mal aber offenbar nicht. Auch sein Einwand, dass er kein Englisch und noch viel weniger Finnisch spreche, wurde umgehend entkräftet, wie er berichtete. Die Antwort darauf lautete: „Das macht nichts. Die Finnen reden nicht.“ Leider wird Daniel von dieser Reise (von der ich zu gerne seine Erlebnisse von ihm im direkten Gegenüber erzählt bekommen würde) auch erst genau einen Tag nach meinem Mitte Februar anstehenden Flug nach Peru wieder in Santiago ankommen.
Daniel führte uns in ein Lokal, das so eine Art Geheimtipp von ihm ist: ein peruanisches Restaurant, das ein überaus gutes, leckeres und verhältnismäßig günstiges Mittagsmenu anbietet. Wir hatten eine Menge zu erzählen und zu lachen, nutzten in dieser Hinsicht die kurze Zeit, die uns blieb, wonach Juan und ich uns von Daniel verabschiedeten und noch ein gutes Stück gemeinsam durch die Stadt schlenderten. Dabei merkte ich dann so richtig, wie heiß es eigentlich war. Die Differenz von schätzungsweise Minus 5 Grad Celsius am Morgen des Vortages in Bisch’m zu 30 Grad in Santiago war beeindruckend. Gut, ich muss zugeben, dass der Eindruck wahrscheinlich auch durch die zwei Liter Bier, die wir zu dritt im Restaurant getrunken hatten, verstärkt wurde. Während der Dreiviertelstunde, die ich mit Juan durch Santiago spazierte, trank ich noch einen knappen Liter Mineralwasser; und damit war’s dann ganz gut auszuhalten.
Am Abend ging ich so gegen 19 Uhr ins Bett, wachte noch mal kurz auf, als mujer maravilla um 23 Uhr auch schlafen ging, und machte erst wieder um 10 Uhr des nächsten Tages die Augen auf.
Und in den nachfolgenden Tagen war ich relativ viel unterwegs. Am Donnerstag Abend waren wir in einem netten Lokal, in dem eine Liveband jeden Abend Cueca spielt und die Gäste dazu das Tanzbein schwingen. Nach diversen Getränken, wie dem Terremoto („Erdbeben“, das aus Federweißer, Weinbrand und Ananaseis besteht) oder der Borgoña (Rotwein mit Obst), ließ ich mich auch zu dem einen oder anderen Tänzchen überreden, wobei ich nicht behaupten könnte, dass ich die Schritte beherrsche. Abgesehen von mir waren die tanzenden Paare zum Teil auch recht hübsch anzuschauen. Getanzt wird nicht die „normale“ Cueca, bei der Mann und Frau meistens in ländlichen Trachten zu sehen sind, sondern, die „Cueca chora“, die eine … hm …. ja …. vielleicht etwas „urbanere“, aber nicht weniger traditionsreiche Version desselben Tanzes ist, bei dem man IHM viel eher ansieht, dass er SIE am liebsten flachlegen würde und SIE eigentlich nichts dagegen hätte, und man insgesamt den Eindruck erhält, dass es mehr um Verführung und weniger um’s Tanzen geht. Man muss jedoch dazusagen, dass sich Mann und Frau während eines solchen Tanzes nie oder fast nie berühren, sondern stattdessen den anderen umkreisen, auf ihn zugehen oder ihn ihm Rückwärtsschritt hinter sich herziehen. Wenn das zwei versierte Tänzer machen, sieht es wirklich toll aus.
Ursprünglich hatten wir uns vorgenommen, uns an diesem Donnerstag Abend einigermaßen früh zurückzuziehen. Es gelang uns allerdings nicht, was in Chile auch nicht wirklich überrascht, da die meisten Leute „bueno pa’l carrete“ sind –d.h., dem ausgelassenen Feiern und Zechen sehr zugetan sind– und ernsthafte Anstrengungen unternehmen, Gäste, die sich „zu früh“ verabschieden wollen, von ihrem Vorhaben abzubringen. Irgendwann zwischen 2:30 und 3:00 Uhr fiel ich ins Bett.


 
 
de_maggus
31 January 2010 @ 10:39 pm
Ich sitze gerade in Lima am Flughafen und warte darauf, dass mein Anschlussflug nach Santiago in Kürze losgeht. Bisher war die Reise schon irgendwie anstrengend. Lars und Ilka hatten mich freundlicherweise gestern Abend in Mainz Bischofsheim empfangen, wo ich dann heute früh nur um 4 Uhr aufstehen musste, damit ich um viertel nach fünf am Frankfurter Flughafen sein würde. In Bischofsheim lag vereister Schnee auf der Straße und als ich zwei Koffer, die beide über zwanzig Kilo wogen, darüber hinweg in Richtung Bahnhof schleifte, merkte ich bald wie meine Fingerspitzen anfingen vor Kälte zu schmerzen. Ein eigenartiges Gefühl, das ich glaubte zum ersten Mal in dieser Art und Weise wahrzunehmen; oder der letzte härtere Winter, bei dem ich etwas Vergleichbares hätte spüren können, lag schon so lange zurück, dass ich mich nicht mehr erinnerte. Ich besitze auch keine Handschuhe, aber ich denke nun ernsthaft über eine Anschaffung nach. Ansonsten hatte ich versucht, mich so zu kleiden, dass ich auf die Mitnahme einer dicken Winterjacke in den chilenischen Sommer würde verzichten können, was dazu geführt hatte, dass ich mich mit einem gewöhnlichen T-Shirt, einem Wollpullover, einer Wollstrickjacke und meiner braunen Kordjacke gewappnet hatte. Und ich muss sagen: Diese doppelte Wollschicht hat’s echt getan. Mir war kein bisschen kalt.
Nun, ich kam jedenfalls arg müde am Frankfurter Flughafen an, gab mein Gepäck in Terminal 2 auf, fuhr zurück nach Terminal 1, weil mir dort das gastronomische Angebot mehr zusagt, frühstückte dort und fuhr zurück nach Terminal 2, um in den Flieger nach Madrid zu steigen. Es war ein Flug von Iberia, was mir nicht besonders zusagte, weil Iberia auf ihren kürzeren Flügen seit ein paar Jahren keine kostenlose Verpflegung mehr anbietet. Es wird zwar ein Wägelchen mit Getränken und belegten Baguettes durch den Gang gefahren, aber wenn man etwas davon habe möchte, muss man dafür zahlen. Die Preise ähneln denen der Deutschen Bahn oder übersteigen diese sogar noch. Ich lehnte dankend ab und hab mir dann auf dem Flughafen in Madrid was zu essen besorgt. Dort legte ich mich dann an der Abflughalle für eine Stunde auf den Fußboden, um die Gelegenheit zu nutzen, meine Beine eine letztes Mal in horizontaler Position auszustrecken, denn auf dem Flug der folgte, war mir das nicht möglich. Der folgende Flug von Madrid nach Lima war ebenfalls einer von Iberia; diesmal freundlicherweise mit kostenloser Verpflegung, was andernfalls auch ziemlich hart gewesen wäre, da der Flug zwölf Stunden dauerte. Ich hatte einen Peruaner neben mir sitzen, der wohl schon ein Weile ein Spanien lebte, da er mehr mit spanischem als peruanischem Akzent sprach. Auch die Wortwahl wies daraufhin, z.B. „Gilipollez“. Er war eigentlich ganz nett und hat mir einiges über Peru erzählt, aber irgendwann ging er mir auf die Nerven, weil er unglaublich viel laberte und mir manche Sachen nicht nur ein oder zwei, sondern drei oder viermal erzählte. Hier und da fanden sich auch etwas merkwürdige Aussagen. So meinte er beispielsweise, dass er sich in Spanien nur mit Spaniern abgebe, da die Latinos oftmals aus niedrigen sozialen Schichten stammen, sich gerne volllaufen ließen und sich unanständig aufführten. „Der Europäer“ hingegen genieße Alkoholisches in maßvoller Art und Weise (als gäbe es keine Europäer, die sich asozial benehmen). In Peru sollte ich mich in das Urwaldgebiet des Amazonas begeben, aber ohne meine Frau, denn die Frauen dort seien überaus leicht zu haben, da sie eine bestimmte Obstsorte zu essen pflegen, die sie aufgrund bestimmter Hormone ziemlich sexhungrig mache. (Scheint mir allerdings für tourismuswirtschaftliche Werbezwecke etwas problematisch zu sein).
Schlafen konnte ich auf diesem Flug kaum. Da wir tagsüber und in Richtung Westen flogen, war es die ganze Zeit hell. Wir waren um 13 Uhr (MEZ) in Madrid losgeflogen und kamen nach ziemlich genau zwölf Stunden in Lima an. Aufgrund der Zeitverschiebung war es dort aber erst 7 Uhr abends. Mich empfing die Nichte einer peruanischen Bekannten aus Heidelberg, für die ich einen Koffer mitgenommen hatte. Wir unterhielten uns eine Weile, wobei sie feststellte, dass ich über gute Spanischkenntnisse verfügte. Nichtsdestotrotz sprach sie überaus langsam und bewegte ihre Lippen sehr deutlich, so als würde ich sie andernfalls nicht verstehen, was für mich einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wir verabschiedeten uns und ich gab meinen Koffer erneut auf, wonach ich noch etwa fünf Stunden bis zum Start meines Fluges nach Santiago hatte. Ich setzte mich an einer Stelle des Flughafens mit dem Rücken zur Wand auf den Boden, streckte die Beine aus und hörte mit meinem ipod Musik. Das muss für manche der Peruaner, die vorbeigingen, ein komisches Bild gewesen sein, denn hin und wieder sah man mich etwas irritiert und verwundert an. Ich vermute, es lag daran, dass die wenigen Peruaner mit einer Hautfarbe, die der meinen in Sachen Helligkeit nahe kommt, für gewöhnlich höheren sozialen Schichten angehören und sich als Mitglieder eben solcher wohl nie auf den Fußboden irgendeines öffentlichen Raumes setzen würden.
Später aß ich noch einen Teller gebratenen Reis mit Gemüse, Hühnchen und Ei und fuhr mir einen Donut und eine heiße Schokolade rein, wobei mir die Schokolade so übertrieben süß vorkam, dass ich die Hälfte im Becher ließ. Dann begab ich mich zur Abflughalle. Peru hat auf diesen Wegstrecken neben der Handgepäck- und Personenkontrolle allerdings noch eine weitere Station eingefügt, bei der man zur Kasse gebeten wird: Es handelt sich um eine Flughafengebühr, die bei internationalen Flügen mit USD 31 ganz schön happig ausfällt. Eine ähnliche Gebühr fällt auch für die Nutzung von Busbahnhöfen an, wenn man längere Busfahrten auf sich nimmt, die einen bis jenseits des jeweiligen Stadtgebietes bringen.
So, jetzt muss ich vorerst Schluss machen, da jetzt ans Einsteigen geht.
 
 
de_maggus
10 January 2010 @ 08:16 pm
Durante el año pasado escribí muy poco en esta página, sobre todo en cuanto a mi vida personal. Esto tiene que ver con que pasé la mayor parte del año aquí en Alemania y como mujer maravilla también lo hizo desde fines de marzo ella se encargó de ilustrar nuestra vida en el pintoresco Heidelberg con fotos a través del famoso facebook.

Ahora, de todas formas, me dió por escribir algo acerca del año pasado, no sé cuáles serán los puntos que destacaré, pero algo ya saldrá de este teclado – hace cien años probablemente hubiesen escrito “pluma” en vez de “teclado”, y debo confesar que “teclado” suena harto diferente, en realidad no me gusta tanto, pero es la forma de escribir que más practico, sea en el trabajo o en estas ocasiones personales. Al final, no me queda más que esperar que la palabra “teclado” dentro de los próximos cien años adquiera una conotación casi tan poética como la que tiene “pluma” en nuestros días.

Empecé el año 2009 en Valparaíso con un churrasco preparado por un canuto que en su afán apostólico nos hizo rezar con él casi tan pronto que habíamos terminado de comer. Estaba acompañado por mujer maravilla, su hermana, su prima y un amigo. Habíamos llegado en auto pocos minutos antes de las 12 de la noche a la Plaza Sotomayor y estábamos todos con hambre y ganas de comer justamente un churrasco italiano. Tuvimos suerte, pues por lo que vi había demasiada gente que intentaba llegar desde Santiago al puerto principal famoso por su fiesta de Año Nuevo y los fuegos artificiales lanzados especialmente en esta ocasión y que por lo tanto tuvo que dar la bienvenida al 2009 en la autopista dándole el abrazo correspondiente a los próximos involucrados del taco.

El resto de la noche no fue tan bacán como esa primer hora, porque tratamos de llegar en auto a nuestro lugar de alojamiento, pero estaba con mujer maravilla que era lo importante para mí en ese momento, ya que recién había llegado en la mañana del 31 de diciembre al aeropuerto de Santiago después de varias semanas largas que había pasado sin ella en Alemania. Pasamos los días siguientes de forma muy relajada en la casa de la abuela de ella que se encuentra en Punta de Tralca. Tomamos sol en la playa, paseamos por la costa, hicimos un asado y anduvimos en un plátano gigante inflado que tiraron a cierta velocidad por las aguas frías del pacífico con una lancha a motor.

Después estuve un par de días más en Santiago, tres semanas, si mal no recuerdo, después de lo cual tuve que volver a Alemania al trabajo. En ese entonces todos los estudiantes de doctorado trabajamos en una oficina grande con varios escritores y computadores. El lugar no era para tanto, pero la onda relativamente agradable. Bueno, éramos todos alemanes exceptuando a un austriaco (que respecto a la actitud personal tampoco es una cosa muy distinta en los momentos que uno trata de conocer gente nueva).
La ubicación de nuestra oficina no era muy buena, pues quedaba detrás de la estación central de Heidelberg en un sector donde no había mucho más que oficinas. Después, a fines de la primavera nos cambiaríamos al centro histórico de la ciudad donde llegamos a ocupar un conjunto de varias oficinas a media cuadra del así llamado Universitätsplatz alrededor del cual se encuentra la gran mayoría de las facultades relacionadas con carreras típicas de las letras como Historia o Filosofía. Por el lado norte de esa plaza corre la calle principal del centro histórico que por casi toda su extensión es una zona peatonal llena de tiendas, cafés, bares y cines entre otros. Allí me siento mucho más cómodo, porque ahora dispongo de una oferta increíble, cuando se trata de elegir un lugar para almorzar o tomar un café y además comparto mi oficina con una sola colega, por lo que de alguna forma me da la sensación que realmente tengo un puesto de trabajo en vez de seguir siendo un estudiante.


A fines de marzo había llegado el momento en el cual mujer maravilla vino a vivir conmigo a Alemania. Yo había vivido desde diciembre en un departamento compartido con otros estudiantes que también quedaba en el centro histórico. Como ocupaba dos piezas en este departamento, mujer maravilla pudo vivir conmigo allí, aunque ya pronto empezamos a pensar en cambiarnos de domicílio, porque el departamento tenía un par de desventajas: 1) no había living, 2) el baño era una cagá demasiado chica, 3) la cocina no tenía campana y además era chica, 4) no había lavadora y ni siquiera un lugar donde ponerla, si hubiésemos tenido la plata para conseguir una, 5) de las dos personas que vivían conmigo la primera era una chica alemana un poco cagada de la cabeza y bien cuática, y la segunda era un francés cochino que muchas veces ni siquiera saludaba. En contra de esos cinco puntos malos había solamente dos positivos: 1) la vista bonita al río, 2) la ubicación en el centro histórico. La pura relación de cinco contra dos ya expresa algo, pero además uno tiene que considerar que la vista bonita al río no le sirve mucho a uno, cuando todo el depto está pasado a queso hediondo de Francia, y que la ubicación buena no era tan buena como para estar más encima cerca de una lavandería.

Al final nos quedaron cargando el tema de tener que llevar la ropa no sé cuántas cuadras para lavarla y gastar como 12 euros por ello cada semana, él de la falta de un espacio adecuado para compartir una cena con invitados y la mugre que dejaban el francés cochino y la loca alemana en la cocina y en el baño. Así que nos pusimos a buscar alternativas. No sé imaginan lo difícil que es encontrar un departamento en buen estado, bien ubicado y a un precio moderado en Heidelberg. Esta ciudad tiene claramente un problema en ese aspecto. La gente sólo puede esperar que la situación caracterizada por precios absurdamente altos en ciertos barrios, el arriendo de casas que se deberían o modernizar completamente o derrumbar y una falta general de espacio habitable se relaje, cuando se vayan los soldados gringos que están ocupando un montón de cuadras en una comuna al sur del nuevo centro de la ciudad.

Pero nosotros tuvimos suerte, porque a través de una colega italiana que llegó a completar nuestro equipo de investigación en marzo o abril conocimos a una chica mexicana que dos o tres o meses después nos ofreció el departamento donde ella había vivido durante un buen tiempo con su esposo alemán, porque se iban a vivir a Frankfurt. El dueño del departamento estaba dispuesto a conocernos antes de ofrecerlo a otras personas necesitadas como nosotros. Nos juntamos un día en un café que queda en la estación central de Heidelberg, él nos explicó qué era lo que era importante para él (que en el fondo era nada más que recibir la plata del arriendo siempre de forma puntual), nosotros tratamos de darle a entender que considerábamos sus exigencias totalmente justificadas si no lo más normal del mundo, y firmamos el contrato ese mismo día para ser todos felices.

Nos cambiamos a nuestra nueva morada a mediados de agosto. Fue un día con mucho calor, lo que hizo el trabajo un poco más duro de lo que ya era, pues teníamos que llevar no solamente nuestra ropa y mis libros (que tengo hartos), sino también mis muebles. Para ese efecto arrendé una camioneta no muy pequeña que terminamos de llenar una vez por completo y otra vez hasta la mitad con dichos muebles y con un montón de cajas que contenían nuestras pertenencias personales. Por suerte contamos con la ayuda impagable de nuestros amigos Gela, Arne, Paco y Nancy que verdaderamente se pasaron ayudándonos, pues no retrocedían ante ninguna de las cosas bien pesadas que les tocó llevar. Fue mucho trabajo, pero pudimos recuperar fuerzas haciendo una pausa en la terraza de nuestro departamente nuevo comiendo empanadas y otras cosas que habíamos hecho el día anterior justamente para ese momento de fatiga. Pero lo mejor fue que después Arne nos ofreció una mesa para nuestro living, ya que todavía nos faltaba una, mientras él sabía que su madre tenía una guardada en una bodega hace quince años. La tuvimos que pasar a buscar a Weinheim que queda unos cuantos kilómetros al norte de Heidelberg y cuando la vimos con mujer maravilla nos pareció perfecta y original más encima, ya que tenía una forma hexagonal y estaba hecha de una madera buena. La metimos junto con seis sillas hechas de la misma madera bonita en la camioneta y entonces llegó la mejor parte del día, porque fuimos al Waidsee ahí cerca: un lago maravilloso y en esa tarde más maravilloso aún, porque nos pudimos refrescar de manera perfecta y descansar flojeando un ratito en el pasto. Volvimos a nuestro departamento nuevo, donde nos encontramos con todas las cajas y muebles que habíamos traído allá repartidos por todas partes, de manera que casi no quedaba espacio en ninguna parte. Igual nos dieron ganas de empezar a ordenar y creo acordarme que ese mismo día ya dejamos listo el dormitorio y una parte del living. Pero aparte de ordenar igual quedaron más cosas por hacer como por ejemplo pintar algunas paredes o instalar lámparas nuevas. Todavía en agosto o a principio de septiembre el dueño del departamento nos mandó unos maestros a la casa que además arreglaron unos enchufes, algunos muebles de la cocina y nos trajeron un refrigerador más grande. Al final sólo restaban algunas paredes que para mi gusto estaban un poco vacías, pero ya cubrimos algunas partes de ellas con cuadros bonitos durante los meses de otoño. En total, me parece que el departamento hasta ahora nos ha quedado bastante lindo y acogedor, aunque todavía hay dos paredes para las cuales quiero encontrar cuadros apropiados o algo por el estilo.

En septiembre viajé por trabajo a España, primero a Sevilla, donde estuve por dos semanas investigando en el Archivo General de Indias, y luego a Madrid, donde fui a consultar los fondos del Archivo Histórico Nacional y la Biblioteca Nacional. Al principio, debo confesar, estaba un poco incómodo, porque los españoles no suelen caracterizarse por ser muy amables para con gente que no conocen. Eso no quiere decir que tratan mal a la gente a propósito; me parece que es simplemente su forma de ser y que ellos mismos no lo experimentan como algo descortés o pesado. Además, creí haberme dado cuenta que las mujeres son más amables que los hombres españoles, pero no quiero atreverme a generalizar mi experiencia particular, porque así como en Alemania puede haber diferencias grandes de región a región respecto al trato entre las personas me imagino que en España se darán diferencias parecidas según el lugar o la ciudad donde uno esté.
Esa estadía que para mí empezó con trabajo, felizmente, la pude terminar con vacaciones, ya que vinieron a Madrid mi padre y mujer maravilla. Fueron unas vacaciones cortas que disfruté mucho, porque fuimos de paseo con mi padre y mujer maravilla y en una ocasión también con una ex-compañera de colegio de mujer maravilla y una amiga de ella. También visitamos a un amigo español de mi padre que vive con su familia en Madrid y que nos invitó a comer a un restorán donde nos sirvieron queso, jamón ibérico y otras tapas de entrada antes que cada uno recibiera su plato principal. Fue todo muy rico y estuvimos comiendo no sé cuánto rato, pero fue mucho y lo disfruté bastante. Fuimos a ver además el Museo del Prado que nunca había ido a visitar en ocasiones anteriores. Sobre todo quedé impresionado por las pinturas de El Greco. No sé expresarme con la terminología adecuada al respecto y menos en español, pero creo que sus cuadros me llamaron la atención, porque me parecían representaciones muy auténticas de las personas retratadas en las cuales logró captar buena parte de las personalidades de ellas. De todas formas, no creo que hubiesen quedado bien en nuestro departamento en Heidelberg, suelo optar por cosas más alegres.

Volvimos con mujer maravilla y mi padre a Frankfurt el 30 de septiembre, después de lo cual estuve ni siquiera una semana en Heidelberg, porque ya salí nuevamente de viaje, esta vez a Italia, porque tenía que revisar el Archivo Histórico de la orden franciscana, el Archivo Secreto del Vaticano y el Archivo Histórico de “Propaganda Fide”. Todos se encontraban en Roma, a donde no llegué por el camino más directo, porque en el momento de reservar el vuelo, tuve que optar por el más barato, que resultó ser uno de Air France, de manerq que pasé por Paris. Un gueveo enorme a mi gusto, aún más hoy en día con hartos controles de seguridad, pero fue lo que me tocó no más. No me voy a quejar tampoco, pues tuve la oportunidad de ver Roma que me encantó de nuevo. Ya lo había visitado en el 1999 en un viaje que hicimos con la clase del colegio que resultó bastante bueno, porque nuestro profesor se había encargado de conseguirnos guías muy buenos para que conociéramos bien la ciudad o por lo menos lo que se puede conocer en diez diás. Esta vez fue distinta, porque no tuve mucho tiempo para salir a pasear, pero las veces que lo pude hacer fueron bonitos, puesto que esa vez yo mismo pude descubrir la ciudad por mi propia cuenta. Pasó algo gracioso en Roma, porque a los tres o cuatro días que estaba allá recibí un mensaje de texto de mi padre que me informó que mi tío también se encontraba en Roma, no por trabajo, sino por vacaciones. Nos comunicamos y quedamos en juntarnos el día siguiente que era domingo. Recorrimos una parte del centro visitando iglesias y almorzamos juntos. Mi tío suele tener un programa muy rígido en sus viajes turístos, así que nos separamos en la tarde, porque él ya tenía una entrada reservada de antemano para no sé qué, donde yo probablemente no podría haber entrado sin hacer fila por una o dos horas. Por eso fui a ver una exposición que se llamaba “Roma – la pittura di un imperio” que se encontraba en la Scuderie del Quirinale. Para mí fue alucinante ver esas pinturas rescatadas de las paredes de mansiones de la antigüedad. Fue una estética bien particular y muchas veces los motivos estaban relacionados con el culto a Bacchus, el Dios romano del vino, de la fiesta y de la alegría, para incentivar a las personas a disfrutar la vida en el mundo terrestre.
Con mi tío nos juntamos dos veces más en la noche a tomar una copa de vino. La mayor parte del tiempo la pasé en la casa central de los franciscanos en Roma, donde tuve la suerte de que el fraile a cargo del archivo era español, por lo cual no hubo problemas de comunicación. Durante mis primeros días en Roma estaba un poco confundido por encontrarme en un país donde solamente podía entender parte de lo que decía la gente y donde no me pude expresar libremente, pues durante los años anteriores había estado siempre o en Alemania o en Chile donde ya estaba acostumbrado a expresarme sin problemas. No me quedó otra que aprenderme un par de palabras importantes en italiano y de esa forma lo pasé mejor.

Volví de Roma y a los pocos días asistimos al matrimonio de Paco y Nancy que fue una gran fiesta multicultural donde la mayor parte de la gente era o de Alemania (la patria de ella) o de Senegal (la patria de él) o de Italia (el país donde se habían conocido). Lo pasamos súper bien y estuvimos muy contentos por su invitación, ya que nos habíamos conocido hace no mucho tiempo en Heidelberg en una clase de Salsa que él había empezado a dar como profesor. Desde el principio fueron súper buena onda con nosotros y nos invitaron un par de veces a salir a bailar con ellos, aunque fuera a Mannheim o Schwetzingen, a donde nos tenían que llevar en auto. Y, como ya mencioné, nos prestaron su ayuda impagable, cuando nos cambiamos de casa.
Tal vez un poco más temprano nos hicimos amigos de una pareja mexicana que está viviendo en Ziegelhausen que es un pueblo en las afueras de Heidelberg. Él hace un doctorado en filosofía, para lo cual cuenta con una beca del Servicio Alemán de Intercambio Académico y ella también hace un doctorado, pero no en filosofía, sino en Historia del Arte (si mal no recuerdo). Mujer maravilla conoció primero a ella, porque las dos estaban en el mismo curso de alemán desde abril. Son muy amorosos, relajados, chistosos y refinaron mi paladar con respecto a distintos tipos de ajíes que suelen emplear en su cocina.

Esas dos parejas también vinieron a nuestra fiesta de inauguración que coincidió con el 31 de octubre, o sea, con Halloween, razón que nos llevó a pedirles a nuestros invitados que aparecieran disfrazados. La fiesta en total fue un éxito. Mujer maravilla y yo habíamos preparado algunas cosas para comer y los invitados trajeron una cantidad suficiente de cerveza, vino y otros tragos. Vino mucha gente y bailamos bastante en nuestro living hasta más menos las dos y media de la mañana. Me parece que aproximadamente a esa hora se fue la mayoría de la gente y quedaron pocas personas, que nos ayudaron a terminar con el resto de la comida que había quedado. Lamentablemente, no pudieron venir Arne y Gela, porque estaban de vacaciones en Madeira, pero debo confesar que yo tampoco hubiese cancelado mis vacaciones a Madeira para asistir a esa fiesta.

Otros amigos que no vimos en esa ocasión fueron Cheila y Sven. Pero les perdonamos a los dos también, porque viven un poco más lejos. Cheila vive en París, pero tuvimos la oportunidad de encontrarnos con ella en abril, cuando ella estaba viajando con un amigo por el norte de Alemania pasando por Berlín también, donde nos encontrábamos con mujer maravilla durante los mismos días. Y a Sven, un amigo alemán nuestro, lo fuimos a visitar en junio en Múnich donde se había instalado por razones laborales con su polola. Paseamos por Múnich con él y además hicimos una excursión re bonita al Chiemgau en el sur de Baviera, donde quedé impresionado con el paisaje de esa zona que yo mismo todavía no había conocido.

Empezó noviembre, que no recuerdo como algo muy espectacular. Fuimos a visitar a una amiga alemana de mujer maravilla que normalmente vive en Chile, pero que había llegado a visitar a sus padres cerca de Stuttgart. Había tenido una guagua pocos meses antes y esa fue una de las razones principales por las que fuimos allí. Fue una visita corta y su familia nos recibió de manera muy amable y acogedora.

A fines de noviembre empezaron en toda Alemania los Weihnachtsmärkte que son unas férias que duran más o menos cuatro semanas terminando poco antes del 24 de diciembre. Normalmente ofrecen en esas férias muchas cosas que los alemanes solemos comer y tomar por esa fecha navideña. Una de las más importantes seguramente es el Glühwein que se parece bastante al vino navegado en Chile y es cosa necesaria para resistir al frío invernal se acerca en esa fecha. Además se venden artesanías y hay algunos juegos para niños. Me gustó que mujer maravilla estaba conmigo en ese tiempo, porque quería que viera como era la Navidad aquí en Alemania. Pasamos un par de veces por el Weihnachtsmarkt de Heidelberg y disfrutamos de las distintas cosas para comer y tomar.

Para Navidad estuvimos en Bad Schwalbach: el 24 en la casa de mi padre donde nos sirvieron harta comida rica y buenos vinos (que trajo el ex-cuñado de la esposa de mi padre), y el 25 estuvimos en la casa de mi madre donde también comimos demasiado rico. El 26 fuimos a tomar once a la casa de la hermana del esposo de mi madre. En total fueron días de mucha comida y descanso, por lo menos para mujer maravilla y mí, ya que no nos tocó preparar nada de comida. El mismo 26 de diciembre volvimos a nuestro departamento en Heidelberg, el 27 ahora no me acuerdo que hicimos, y el 28 pasamos por Frankfurt en camino al aeropuerto, porque habíamos encontrado un catálogo de una tienda de muebles que justamente ese día tendría un par de ofertas, y como a mujer maravilla le encanta visitar tiendas de ese tipo, fuimos a pasar la tarde ahí, antes que fuéramos al aeropuerto donde partiría su vuelo en la noche.

Volví a Heidelberg y ya al día siguiente fui de nuevo a Bad Schwalbach por un turno de noche que me tocaba hacer en la Villa Lilly, ese pueblito donde personas farmocodependentes pueden hacer una terapia y donde hace casi diez años hice mi servicio social. Hago esos turnos hace casi siete años tres o cuatro veces cada mes, con pausas largas entre medio debido a mis largas estadías en Chile, y la mayoría de las veces ha sido un trabajo fácil que en el mejor de los casos consistía en dormir. Muchas veces esos turnos también han sido ocasiones para salir un poco de mi vida cotidiana. Como sabía que mujer maravilla no iba a estar conmigo el 31 de diciembre había decidido hacer el turno esa noche también, porque además lo pagaban mucho mejor que los turnos normales. Así que terminé el Año 2009 trabajando, aunque no fue mucho trabajo. Cené con los pacientes, observé los juegos que se ponían a hacer para la ocasión y observé de qué forma se desarrollaba la fiesta en la cual no podía haber ni una gota de alcool. Para muchos de ellos fue raro, pero espero que les sirvió para entender mejor la necesidad de cambiar ciertas cosas en su vida, pues con el estilo de vida que muchos de ellos llevaban hasta ahí claramente fracasaron; si no, no estarían allá.
Poco antes de las doce vi un clásico en tele alemana, uno que siempre dan el 31 de diciembre: se llama “Dinner for one” y cuenta la historia de una señora inglesa viejísima que todos los años solía cenar el 31 de diciembre con cuatro amigos en su casa. Pero llegó a ser tan vieja que sobrevivió a todos sus amigos, por lo cual el mayordomo no solamente tiene que servir la comida, sino también representar a cada una de las cuatro personas muertas, lo que implica brindar por cada uno, de manera que en total toma cuatro veces más que la señora y eso en cada parte de la cena que consiste de varios platos. El mayordomo termina más cocido que poto de guagua y tropieza frecuentemente con la cabeza de una piel de tigre que está en su camino. Creo que no fue la peor forma de terminar el 2009 y empezar el 2010. Fue bastante tranquilo, eso sí, y extrañé compartir el momento con mi esposa, pero aparte de eso no lo pasé mal.

En resumen: el 2009 para mí fue un año bastante bonito y en su transcurso se volvió cada vez más bonito, porque conocimos mucha gente nueva re simpática (harta más de las personas que mencioné en este texto) y porque me encantó formar un hogar nuevo junto con mujer maravilla.
 
 
de_maggus
12 September 2009 @ 04:08 pm
Después de pelar la comida española ayer tuve hoy una experiencia culinaria bastante buena aquí en Sevilla. Había visitado el Real Alcazar a mediodía con un señor andaluz de guía que cuyas explicaciones con respecto a las salas por las cuales pasamos con él me gustaron bastante. Fue interesante, porque el edificio alberga tres partes distintas: una parte que antiguamente era la casa de la contratación, un palacio real en estilo mudéjar y una parte más reciente en un estilo renacentista. Después, a las 13:30 hrs aproximadamente, tuve tiempo para recorrer el jardin del alcázar, pero me dió hambre y sed, así que me métí a un local que se llama "Doña Lina", un bar de tapas españolas, donde pedí - aparte de la cerveza más grande que tenían - una de tapa de "punta de solomillo al whisky" y otra de "pimiento del piquillo con bacalao". Las dos cosas estuvieron exquisitas de verdad, absolutamente recomendables. Me las comí con mucho gusto, pero como era poquito y más poquito aún al lado de la cerveza grande, me entró agua al bote - hecho del cual me percaté cuando me levanté de la mesa - y no caminé con la motricidad más fina de vuelta al hotel.
 
 
de_maggus
11 September 2009 @ 03:25 pm

Pasé los primeros días en Sevilla revisando los fondos del Archivo General de Indias por las mañanas. En la página web dice que está abierto hasta las 15 hrs, pero normalmente ya a las 14:15 hrs dicen "¡Por favor, vayan terminando!", de manera que hay que volver a ordenar el legajo de la forma en la cual a uno se le habían entregado y devolverlo.

Hasta ahora, lamentablemente, encontré sólo muy pocos documentos de los siglos XVI y XVII, o sea de la época colonial temprana, sino sobre todo del siglo XVIII que no había pensado considerar en mi tesis. Pero si después resulta que en los archivos que iré a visitar en Roma y en Perú tampoco hay muchos documentos guardados de la época temprana, tendré que conformarme con las del siglo XVIII no más. Bueno, ahí veo.

Debo confesar que estando acá echo de menos a Chile, sobre todo porque la gente aquí no es tan amable, o sea: me tratan correctamente, pero son tan secos y parcos! (y que eso lo dice un alemán quiere decir que es grave!, eh?). En Chile ya me hubiesen echado mil tallas por la cara de gringo o por lo que sea, o sea, aproximadamente doscientos por día, pero acá ni una po.

Aparte de eso me dí cuenta que les gusta la comida grasienta. Me gustan las tapas y platos de comidas normales de aquí. El otro día me comí unas albóndigas en una salsa roja, ricas, pero grasientas. Después me comí unas croquetas de espinaca con queso, ricas, pero medio grasientas. Ayer un pesacado frito con una salsa rica de no sé que era con aceitunas, rico pero de agregado venían más encima unas papas fritas que no eran del tamaño corriente, sino del grosor de unos espagueti, de manera que en relación entre fritura y papa gana la fritura. Mi nivel de colesterol debe estar bien alta estos días y esto que normalmente no fijo mucho en eso. 
Paseando por las calles me percaté que hasta existen lugares especializados a la fritanga. Por fuera parecen bares normales, pero afuera no dice "Bar" sino "Freiduría"! Lo chistoso es que el otro día incluso ví un comercial en la tele para un yogur especial que supuestamente ayuda a bajar el colesterol. Salían dos varones uno advirtiéndole al otro que tiene que tener cuidado con el colesterol a lo que el otro responde:"Oye, pero yo sí me he cuidado, ¿eh?". El otro le insiste que, aunque se haya cuidado, tiene que tomar medidas en contra del colesterol - cosa que ahora, después de una semana aquí, me parece absolutamente entendible. Quiero puro comprarme ese yogur, pero vi el comercial el lunes o el martes y se me olvidó el nombre!!!!